Mentale Gesundheit: Vertrauen schaffen, zuhören und wirksam unterstützen
Die FGFC unterstützt die „Semaines de la santé mentale“, die vom 5. bis zum 17. Oktober 2026 in Luxemburg stattfinden. Für die Gewerkschaft des Gemeindepersonals ist ihr Anliegen seit jeher Teil ihres Engagements: Beschäftigte brauchen eine vertrauensvolle Anlaufstelle, wirksame Unterstützung und Arbeitsbedingungen, die ihre Gesundheit schützen.
„On a tous un bagage. Ensemble, avançons plus légers !“ – unter diesem Motto lädt die Ligue Santé Mentale dazu ein, offen über mentale Gesundheit zu sprechen und Unterstützung sichtbar zu machen. Die diesjährige Initiative betont dabei eine gemeinsame Verantwortung: Jeder Mensch bringt Erfahrungen, Sorgen und Belastungen mit, die von außen oft kaum erkennbar sind.
Auch im kommunalen Dienst braucht es Raum, darüber zu sprechen. Wer täglich für andere da ist, braucht selbst ein Umfeld, in dem die eigenen Anliegen ernst genommen werden. Dazu gehören Aufmerksamkeit, Respekt und die Gewissheit, sich jemandem vertraulich anvertrauen zu können.
„Wéi geet et?“ – bereit sein, die ehrliche Antwort zu hören
Die FGFC engagiert sich seit vielen Jahren für Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Bereits in ihrem Beitrag „Prävention und Engagement für das Wohlbefinden im Gemeindesektor“ vom November 2024 erinnerte sie an die gemeinsam mit öffentlichen Partnern initiierte Sensibilisierungskampagne „Wéi geet et?“.
Ihr Ansatz bleibt aktuell: Wir fragen im Alltag oft, wie es jemandem geht. Entscheidend ist, ob wir auch bereit sind, eine ehrliche Antwort zu hören. Die Kampagne greift deshalb unterschiedliche Situationen auf – von Stress und Überlastung über Konflikte und Mobbing bis hin zu Ängsten, Depression und der Sorge um einen Kollegen. Mit Initiativen wie „Wou dréckt de Schung?“ und der Schulung ihrer Personaldelegationen setzt die FGFC zudem auf direkten Austausch und konkrete Unterstützung.
Dieses Verständnis reicht über einzelne Gesundheitsthemen hinaus. Ob berufliche Schwierigkeiten, persönliche Sorgen oder ein belastendes Arbeitsklima: Menschen müssen ihre Anliegen ansprechen können, bevor eine Situation eskaliert. Hilfe zu suchen darf weder mit Scham noch mit der Angst vor beruflichen Nachteilen verbunden sein.
Eine vertrauensvolle Anlaufstelle braucht Unabhängigkeit und Handlungsmöglichkeiten
Die FGFC setzt sich deshalb beharrlich für einen starken, eigenständigen Service psychosocial de la Fonction publique ein. In ihrem Beitrag zum ganzheitlichen Schutz des Personals vom April 2026 fordert sie eine gezielte Stärkung des bestehenden Dienstes, insbesondere bei Prävention, Mediation und Krisenintervention. Ihr Anspruch ist, dass das gesamte Gemeindepersonal unabhängig vom Beschäftigungsstatut Zugang zu einer gemeinsamen Anlaufstelle hat.
Diese Position hat die FGFC auch im Gespräch mit Arbeitsminister Marc Spautz im Mai 2026 bekräftigt: Die Eigenständigkeit des psychosozialen Dienstes muss gewahrt bleiben, seine Befugnisse sollen gestärkt und die Besonderheiten des kommunalen Dienstes berücksichtigt werden.
Für die FGFC ist Vertrauen die Voraussetzung dafür, dass Unterstützung überhaupt angenommen wird. Beschäftigte müssen sicher sein können, dass ihre Situation vertraulich behandelt wird, dass ihnen unvoreingenommen zugehört wird und dass gemeinsam nach praktikablen Lösungen gesucht wird.
Gesunde Arbeitsbedingungen sind eine gemeinsame Verantwortung
Individuelle Beratung ist wichtig. Ebenso wichtig ist es, die Ursachen von Belastungen im Arbeitsalltag anzugehen. Dazu gehören eine realistische Aufgabenverteilung, klare Zuständigkeiten, respektvolle Führung und ein offener Dialog mit den Personalvertretungen.
Die FGFC fordert eine Arbeitskultur, in der Probleme frühzeitig angesprochen und ernst genommen werden. Gemeinden und Gemeindesyndikate tragen als Arbeitgeber Verantwortung dafür, Prävention im Alltag zu verankern und bei Schwierigkeiten konsequent zu handeln.
Die „Semaines de la santé mentale“ bieten eine wertvolle Gelegenheit, Gespräche anzustoßen und bestehende Hilfsangebote bekannter zu machen. Die FGFC unterstützt diesen Ansatz und lädt das Gemeindepersonal sowie die kommunalen Verantwortlichen ein, die Angebote zu nutzen. Ihr Engagement für Vertrauen, Schutz und Wohlbefinden setzt sie über diese Wochen hinaus fort.
Unterstützung für Beschäftigte im kommunalen Dienst
Der Service psychosocial de la Fonction publique (SPS) bietet Beschäftigten des staatlichen und kommunalen Dienstes kostenlose und vertrauliche psychologische Beratung – bei beruflichen ebenso wie bei persönlichen Belastungen. Ein Termin kann direkt telefonisch oder per E-Mail vereinbart werden.
- Telefon: +352 247-73100
- E-Mail: service-psychosocial@mfp.etat.lu
- Informationen: Psychologische Beratung beim SPS
Auch die FGFC steht dem Gemeindepersonal bei Fragen und Schwierigkeiten zur Seite: +352 40 77 20 oder fgfc@fgfc.lu. (wei-geet-et.lu)
Das vollständige Programm der „Semaines de la santé mentale“ vom 5. bis zum 17. Oktober 2026 mit Veranstaltungen, Workshops und Begegnungen finden Sie auf semainesantementale.lu.