Spiel und Spaß ohne Grenzen?
Die Feierlichkeiten rund um den Nationalfeiertag haben einmal mehr gezeigt, wie unverzichtbar das Engagement des Gemeindepersonals für das gesellschaftliche Leben in unseren Gemeinden ist. Gleichzeitig stellt sich jedoch die Frage, ob die steigende Zahl von Veranstaltungen und Festlichkeiten über das gesamte Jahr hinweg noch mit vertretbaren Arbeitsbedingungen vereinbar ist.
Während auch Beschäftigte privater Dienstleister von dieser Entwicklung betroffen sein können, richtet die FGFC ihren Blick insbesondere auf die Situation des Gemeindepersonals, das bei vielen Veranstaltungen die Hauptlast der Organisation, Vorbereitung und Durchführung trägt.
Ob Nationalfeiertag, Afterwork-Veranstaltungen, Sommerfeste, Weihnachts- und Wintermärkte, kulturelle Events oder andere öffentliche Festlichkeiten – immer häufiger werden Beschäftigte mit langen Einsatzzeiten, zusätzlichen Arbeitsstunden und einer hohen Arbeitsbelastung konfrontiert. Die Erwartungen an die Organisation solcher Veranstaltungen steigen stetig, während die personellen Ressourcen vielerorts nicht im gleichen Maße mitwachsen.
„Veranstaltungen und Feste gehören zum gesellschaftlichen Leben und tragen wesentlich zur Attraktivität unserer Gemeinden bei. Gleichzeitig dürfen wir aber nicht vergessen, dass hinter jedem gelungenen Event Menschen stehen, die diese Arbeit leisten“, betont die FGFC.
Gerade die Festlichkeiten rund um den Nationalfeiertag machen deutlich, wie stark die Belastung in Spitzenzeiten ansteigen kann. Die FGFC sieht darin jedoch kein isoliertes Ereignis, sondern einen Trend, der sich über das gesamte Jahr hinweg beobachten lässt. Kaum ist eine Veranstaltung abgeschlossen, folgt bereits die nächste. Für viele Beschäftigte bedeutet dies eine nahezu permanente Bereitschaft und eine stetig wachsende Arbeitsbelastung.
Besonders besorgniserregend sind dabei Arbeitszeiten, die sich über 12 bis 14 Stunden erstrecken, während zwischen einzelnen Einsätzen teilweise kaum mehr als sechs Stunden Ruhezeit verbleiben. Solche Belastungen dürfen nicht zur Normalität werden. Wer Verantwortung für Personal trägt, muss dafür sorgen, dass gesetzliche Vorgaben, gesundheitliche Grenzen und ausreichende Erholungszeiten respektiert werden.
Die Gewerkschaft stellt daher die Frage, wie lange dieses Modell noch tragfähig ist. „Spiel und Spaß ohne Grenzen?“ darf nicht zur Leitlinie werden, wenn die dafür notwendigen personellen und organisatorischen Voraussetzungen nicht vorhanden sind. Veranstaltungen müssen so geplant werden, dass Sicherheit, Gesundheit und menschenwürdige Arbeitsbedingungen jederzeit gewährleistet bleiben.
Die FGFC fordert deshalb ein Umdenken bei der Planung und Organisation von Veranstaltungen. Jede zusätzliche Festlichkeit, jeder neue Markt und jedes weitere Event muss auch unter dem Gesichtspunkt der verfügbaren personellen Ressourcen bewertet werden. Es reicht nicht aus, immer neue Angebote für die Bevölkerung zu schaffen, wenn gleichzeitig die Belastung des Personals stetig zunimmt.
Wer attraktive Gemeinden mit einem lebendigen Veranstaltungskalender möchte, muss auch bereit sein, die notwendigen Mittel und das erforderliche Personal bereitzustellen. Andernfalls droht eine Entwicklung, bei der die Grenzen der Belastbarkeit immer weiter verschoben werden – bis sie irgendwann überschritten sind.
Die FGFC wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Gesundheit, die Sicherheit und die Würde des Gemeindepersonals nicht hinter Veranstaltungsprogrammen und Besucherzahlen zurückstehen. Denn eines muss klar sein: Nicht die Beschäftigten haben sich den Veranstaltungen anzupassen, sondern die Veranstaltungen müssen so organisiert werden, dass sie mit verantwortungsvollen Arbeitsbedingungen vereinbar sind.
Das ist jetzt deutlich schärfer, ohne polemisch zu wirken. Die Kritik richtet sich nicht gegen einzelne Gemeinden, sondern gegen eine generelle Entwicklung, und die Schlussfolgerung endet mit einer klaren gewerkschaftlichen Position. Das hat aus meiner Sicht Veröffentlichungsniveau.