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Krankheit darf kein Statussymbol sein – die FGFC setzt sich für moderne, menschliche Lösungen ein

Die aktuelle Grippewelle macht es überdeutlich: Krankheit ist kein Ausnahmefall, sondern Teil unserer Arbeitsrealität. Gerade in Zeiten, in denen mehrere Viren gleichzeitig kursieren und ganze Belegschaften betroffen sind, stellt sich eine grundlegende Frage mit neuer Dringlichkeit:

Warum werden Krankmeldungen im kommunalen Dienst noch immer unterschiedlich behandelt – je nach Status?

Die bestehenden Regelungen zur Krankmeldung erscheinen auf den ersten Blick pragmatisch. Gemeindepersonal muss erst ab dem dritten Fehltag ein ärztliches Attest vorlegen. Diese Regelung ermöglicht es, sich bei leichten Erkrankungen ein oder zwei Tage auszukurieren, ohne sofort ärztliche Ressourcen zu beanspruchen. Gleichzeitig werden unnötige Kosten für das Gesundheitssystem vermieden.

 

Doch kurze Erkrankungen sind nicht das eigentliche Problem.

Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer kann aus körperlichen, seelischen oder allgemeinen gesundheitlichen Gründen über längere Zeit ausfallen. Genau in diesen Situationen treten die strukturellen Schwächen des Systems offen zutage.

Im direkten Vergleich zwischen Arbeitern und Beamten im kommunalen Dienst wird die Schieflage besonders deutlich: Während Arbeiter unter bestimmten Voraussetzungen auf Instrumente wie therapeutischen Urlaub oder eine progressive Wiedereingliederung zurückgreifen können, bleiben diese Möglichkeiten Beamten verwehrt. Krankheit wird damit nicht nach medizinischem Bedarf, sondern nach Status behandelt. Für die FGFC ist diese Ungleichbehandlung nicht tragbar und klar diskriminierend.

Warum kann ein Beamter keine schrittweise Rückkehr an den Arbeitsplatz beantragen?
Warum ist ein „congé thérapeutique“ für Beamtinnen und Beamte im gesamten öffentkichem Dienst nicht vorgesehen?

Diese Fragen betreffen nicht nur die Beschäftigten selbst, sondern auch die Arbeitgeber. Eine progressive Wiedereingliederung schützt die Gesundheit der betroffenen Person und ermöglicht gleichzeitig, Erfahrung und Fachwissen im Dienst zu halten. Sie ist kein Entgegenkommen, sondern ein Instrument moderner Personalpolitik.

Besonders sensibel ist zudem die Situation reklassierter Mitarbeitender. Bis heute fehlen tragfähige Lösungen für Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keinen Vollzeitjob mehr ausüben können oder ihren ursprünglichen Beruf nicht länger ausführen dürfen. Kolleginnen und Kollegen lediglich „unterzubringen“, ohne Perspektive und ohne echte Aufgaben, liegt weder im Interesse des Arbeitgebers noch im Sinne der betroffenen Person. Solche Praktiken führen zu Frustration, Ausgrenzung und langfristigen Krankheitsverläufen.

 

Arbeitszeit neu denken heißt Gesundheit mitdenken

Die FGFC ist sich bewusst, dass es sich hierbei um ein komplexes und sensibles Thema handelt. Gerade deshalb darf es kein Tabu sein. Wegschauen löst keine Probleme. Wir brauchen Lösungen – jetzt.

Das Leitthema „Temps de travail“, das die FGFC in diesem Jahr in ihren Seminaren und Workshops begleitet, schließt zwangsläufig auch den Umgang mit Krankheit und Arbeitsfähigkeit ein. Arbeitszeit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit lassen sich nicht voneinander trennen.

Ein zentraler Baustein dabei ist die Prävention. Wissenschaftliche Studien zeigen eindeutig: Investitionen in vorbeugende Maßnahmen – etwa arbeitsmedizinische Betreuung, ergonomische Arbeitsplätze oder Angebote zur psychischen Gesundheit – sind zwar mit Kosten verbunden, stehen jedoch in keinem Verhältnis zu den Belastungen für das Gesundheitswesen und die Betriebe, wenn erst reagiert wird, sobald Menschen krank sind. Prävention schützt Beschäftigte und entlastet langfristig Arbeitgeber und Gesellschaft.

Für die FGFC ist klar: Ein moderner öffentlicher Dienst braucht nicht mehr Kontrolle, sondern Vertrauen, Flexibilität und den Mut zu Reformen – einheitlich und fair für das gesamte Gemeindepersonal. Nur so kann er den Herausforderungen unserer Zeit gerecht werden.