FGFC äußert Bedenken zur Zukunft des TICE: Einjährige Übergangslösung in der Kritik

Die FGFC - Gewerkschaft des Gemeindepersonals, zeigt sich besorgt über die kürzlich unterzeichnete Verlängerung der bestehenden Konvention des TICE. Bereits in der Vergangenheit hatte die FGFC wiederholt auf die schwierigen Verhandlungen zu einer neuen Konvention hingewiesen, da die Vorstellungen über die Finanzierung zu weit auseinanderliegen würden. Diese Befürchtungen scheinen sich nun bestätigt zu haben: Statt einer langfristigen Konvention über zehn Jahre, wie von der FGFC gefordert die eine nachhaltige Sicherung des Gemeindesyndikats gewährleistet hätte, wurde lediglich eine Übergangslösung für ein Jahr beschlossen.
Diese Entscheidung bringt ein weiteres Jahr der Unsicherheit für das TICE-Personal mit sich. „Trotz der Ankündigungen von Transportministerin Yuriko Backes und TICE-Präsident Marco Lux im Mai 2024, man sei in guten Gesprächen und strebe eine Unterzeichnung der neuen Konvention noch vor den Sommerferien an, hat man sich nun lediglich auf eine Übergangslösung verständigt. Das bestätigt unsere Bedenken, die wir bereits vor einem Jahr geäußert haben“, erklärt Théo Schickes, Präsident der Personalvertretung des TICE. „Dies kann nur bedeuten, dass es in den entscheidenden Punkten keine Einigung gab.“
Warnung vor schleichender Zerschlagung des TICE
Die FGFC sieht in den Plänen zur Einführung eines Syndicat mixte, das als Grundlage für eine neue Konvention dienen soll, erhebliche Risiken und warnt eindringlich vor den möglichen Folgen:
- Zerschlagung der aktuellen Struktur: Das über 110 Jahre alte Syndicat TICE könnte grundlegend verändert werden.
- Verlust kommunaler Kontrolle: Durch einen stärkeren staatlichen Einfluss könnten die Gemeinden erheblich an Mitspracherecht verlieren, was den regionalen Bedürfnissen und Interessen nicht gerecht würde.
- Schleichende Privatisierung: Der öffentliche Status des TICE könnte langfristig untergraben werden. Dies hätte nicht nur negative Auswirkungen auf die Rechte der Mitarbeiter, sondern auch auf die Qualität der Dienstleistungen, die bisher auf höchstem Niveau erbracht wurden.
Die FGFC betont, dass eine solche Umstrukturierung weitreichende Konsequenzen hätte – nicht nur für die Mitarbeiter des TICE, sondern auch für die Fahrgäste und Gemeinden.
Reduktion statt Ausbau der Leistungen?
Entgegen der Ankündigungen, das Angebot auszubauen, deuten aktuelle Entwicklungen darauf hin, dass der TICE in Zukunft weniger leisten könnte so dass der Schultransport ab September 2025 durch den RGTR übernommen werden soll. Diese Entwicklung verstärken die Sorge der FGFC, dass der TICE nicht nur in seiner derzeitigen Form gefährdet ist, sondern auch die Interessen der Fahrgäste und Mitarbeiter zunehmend in den Hintergrund geraten könnten.
Die FGFC fordert klare Antworten und transparente Entscheidungen, um eine nachhaltige Zukunft des TICE zu gewährleisten und sowohl den öffentlichen Charakter als auch die Qualität des regionalen Nahverkehrs zu sichern.
Kritik an fehlender langfristiger Perspektive.
Schickes betont, dass der TICE dringend eine nachhaltige Strategie und eine klare Perspektive benötigt. Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung des Transportministeriums und des TICE ist der Staat zwar bereit, sich finanziell stärker zu beteiligen, fordert im Gegenzug jedoch mehr Mitspracherecht.
„Das sehe ich sehr kritisch! Wie soll das konkret aussehen? Wenn man bedenkt, dass die Finanzierung das Hauptproblem darstellt, muss man davon ausgehen, dass der Staat sparen will – mit möglichen negativen Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen“, warnt Schickes.
Eine weitere Maßnahme könnte darin bestehen, beim Kauf von Bussen auf minderwertiges Material zu setzen. Dies würde jedoch den hohen Standards widersprechen, die der TICE bisher in Bezug auf qualifiziertes Personal und adäquates Material gesetzt hat-so Schickes weiter.
Mangelnde Transparenz und fehlende Einbindung
Ein weiterer Kritikpunkt der FGFC ist die fehlende Einbindung der Personalvertretung in wichtige Entscheidungsprozesse. Trotz wiederholter Zusicherungen, dass keine Arbeitsplätze gefährdet seien, mangelt es an klarer und transparenter Kommunikation.
Diese Intransparenz sorgt für Verunsicherung bei der Belegschaft und schwächt das Vertrauen in die Entscheidungsträger. Die FGFC fordert die Verantwortlichen eindringlich auf, an einer langfristigen und nachhaltigen Lösung zu arbeiten, die sowohl den Interessen des Personals als auch den Anforderungen der Bürger gerecht wird. Nur so kann die Zukunft des TICE gesichert und das Vertrauen der Mitarbeiter sichergestellt werden.
Besonders kritisch sieht die FGFC jüngste öffentliche Aussagen, die den Wert und die Verwaltung des TICE infrage stellen. Solche Äußerungen, wie sie im Presseartikel vom 14. Dezember 2024 veröffentlicht wurden, schaden dem Ansehen des TICE. Die FGFC betont, dass der TICE in den vergangenen Jahren vorbildlich geführt wurde und sich kontinuierlich bemüht hat, den Ansprüchen des Transportministeriums und der Bürger gerecht zu werden.
„Es ist unverständlich, warum eine Institution infrage gestellt wird, die seit jeher einwandfrei funktioniert hat“, erklärt Théo Schickes. „Die Einführung des 15-Minuten-Takts und des Late-Night-Busses sind nur zwei Beispiele dafür, wie der TICE stets den Anliegen des Transportministeriums und der Bevölkerung im Süden nachgekommen ist.“
Forderung nach einer gerechten und nachhaltigen Lösung
Die FGFC fordert die Verantwortlichen auf, eine umfassende und langfristige Lösung für den TICE zu schaffen.
Diese sollte insbesondere folgende Punkte umfassen:
- Gleichbehandlung im öffentlichen Verkehr: Der TICE muss finanziell ebenso abgesichert werden wie andere Verkehrsträger, etwa die CFL. Staatliche Unterstützung ist unerlässlich, um die Qualität und Verlässlichkeit des TICE zu gewährleisten, ohne die Gemeinden übermäßig finanziell zu belasten.
- Erhalt des öffentlichen Status: Der TICE soll weiterhin unter kommunaler Führung bleiben, und auch zukünftiges Personal muss im Beamtenstatus eingestellt werden.
- Transparente und inklusive Entscheidungsprozesse: Die Personalvertretung muss aktiv in die Planungen und Entscheidungen eingebunden werden.
„Nur eine gerechte und nachhaltige Lösung kann sicherstellen, dass der TICE als unverzichtbarer Bestandteil des regionalen Nahverkehrs auch in Zukunft erfolgreich bleibt“, betont die FGFC abschließend.
Die FGFC wird sich auch künftig entschlossen für die Interessen der Mitarbeitenden und den Erhalt des TICE einsetzen – im Interesse der Gemeinden, der Fahrgäste und eines starken öffentlichen Nahverkehrs.